Wurzeln
Nach meiner Erfahrung lebt das Bedürfnis nach spiritueller Verbundenheit in jedem Menschen.
Insbesondere Frauen haben sich in den letzten Jahrzehnten auf eine Suche begeben, der eigenen weiblichen Seite auch in einer spirituellen Weise zu begegnen. Der Weg dieser Suche führte u.a. auf die Spuren alter vorchristlicher Traditionen, in denen die Jahreskreisfeste im Zentrum der spirituellen Praxis standen.
Dabei hatte ich das große Glück, Lehrerinnen und Lehrern zu begegnen, die sehr eigenwillige spirituelle Wege gegangen sind.
Von Paul Rebillot habe ich das Durcharbeiten von elementaren Lebensthemen gelernt. Starhawk hat mich die Bezogenheit auf die 4 Elemente gelehrt, und den zyklischen Rhythmus der Jahreszeiten als Spiegel für das eigene Leben zu sehen. Durch Maria Zemp habe ich verstanden, dass wir alle, die Lebenden und die Gestorbenen, füreinander Lehrerinnen sind. Ute Schiran hat mich durch ihre radikale Art, zu denken und zu fühlen, und ihre leidenschaftliche Liebe zur Erde ermutigt, der eigenen inneren Stimme zuzuhören und ihr zu vertrauen. Pema Chödrön hat mich gelehrt, immer wieder anzunehmen, dass leben loslassen heißt.
Die Praxis der Rituale
Die Ritualarbeit, wie ich sie heute praktiziere, ist ein Angebot für Frauen, Spiritualität in Verbundenheit mit dem großen Kreislauf der Natur zu feiern. Ich beziehe mich in meiner Arbeit auf die keltische Tradition des Mondkalenders und auf den germanischen Sonnenkalender. In den Ritualen wird die Verbundenheit mit sich selbst, der Gemeinschaft und dem großen Kreislauf der Natur immer wieder symbolisch erneuert.
In einem Ritual fühlen wir uns tiefer verbunden mit der Seite des Lebens, die wir nicht kontrollieren und bestimmen können und die uns gleichzeitig alle betrifft. Die einfach geschieht. Die sich uns darbietet und schenkt. Wir haben Anteil an einem Prozess des Lebens, der einfach zu beschreiben ist: der lebendige Rhythmus von Werden – Wachsen – Vergehen. Diesem Rhythmus können wir uns nur anvertrauen und lernen, diese Bewegung in uns wirken zu lassen. Sich dagegen zu wehren begrenzt die Lebendigkeit.
Das sinnliche Erleben von symbolischen Kräften wie den vier Elementen, den Himmelsrichtungen und den Jahreszeiten öffnet die Teilnehmenden für die geistig-seelische Wirkung, die diesen Kräften innewohnt.
Ein Ritual bietet den teilnehmenden Frauen die Möglichkeit, sich mit einem persönlichen Anliegen auf das Jahreszeitenthema zu beziehen und durch das Ritual dieses persönliche Thema zu stärken. So kann ein Jahresthema oder auch Lebensthema durch den Jahreszeitenzyklus hindurch begleitet werden.
Jede Frau kommt mit ihrem eigenen Leben, ihrer Individualität zur Ritualfeier. Wir beleben gemeinsam die Form. Ein Ritual hat dann seine Wirkung, wenn ein Raum entstanden ist, in dem sich eine Ahnung davon ausbreitet, dass alles miteinander verbunden ist.
Der Ritualkalender
Wir feiern die Mond- und Sonnenrituale:
Bei den Mondritualen (Brigid, Beltane, Schnitterin, Samain) beziehen wir uns auf den keltischen Mondkalender. Sie spiegeln in ihrem Charakter die Dynamik der 4 Mondphasen wieder. In diesen Ritualen wenden wir uns den unbewusst wirkenden Kräften zu. Wir stärken den individuellen Zugang zu unserem eigenen weiblichen Leben. Es werden innere Bilder gefunden, die Vertrauen schenken und Orientierung geben. Die Kraft, die von den Mondritualen ausgeht, führt auf den Weg, inneren Schätzen zu begegnen.
So wächst im Laufe der Zeit eine Quelle des Vertrauens, die sich von Mal zu Mal mehr in den Alltag der Frauen einwebt.
Bei den Sonnenritualen orientieren wir uns am Sonnenkalender (Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr und Herbst, Sommer- und Wintersonnenwende). Die Sonnenrituale stärken die bewusste Seite des Lebens und regen uns an, das Feuer in uns zu entfachen und zu feiern: Symbolisch den Samen in den Acker legen, ihn wachsen lassen und ernten. So stärken diese Rituale das Vertrauen in die schöpferische Kraft und Eigenmacht.
Der Rahmen
In einer festen Gruppe von ca. 10 Frauen werden alljährlich entweder die vier Mond- oder die vier Sonnerituale gefeiert. Die Gruppe entscheidet jedes Jahr im Herbst, welche Rituale im kommenden Jahr gefeiert werden. Gleichzeitig entscheidet jede Frau verbindlich, ob sie wieder teilnehmen will. Deshalb werden immer wieder auch Plätze frei.
Die Wirkung der Bilder
Das verbindende Element aller drei Arbeitsbereiche von mir, der Psychotherapie, der Astrologie und der Ritualarbeit, ist die Berührung der Seele durch Bilder: archaisch-kollektive, gemeinsam gefundene und ganz persönliche.
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